Hände die Zeichenuntensilien halten auf Bauplänen

Neubau Geh -und Radwegbrücke über den Mittleren Isarkanal

Projektbeschreibung

1. Bauwerksgestaltung

Aus der Vielzahl möglicher Tragsysteme wird eine Hängekonstruktion mit schräggestellten Pylonen gewählt. Bei der Dimensionierung sind insbesondere dynamische Effekte durch Wind und Fußgängerverkehr zu berücksichtigen. Die Brückenlänge dieser Variante beträgt ca. 37 m. Die Längsneigung der Brücke und der Anschlüsse wird auf 6 % begrenzt, die Wege erhalten einen bituminösen Oberbau.

2. Gründung

Die Widerlager sind Stahlbetonbalken, die so hoch positioniert werden, dass sie über dem Wasserspiegel des Mittleren Isarkanals liegen und somit ohne Wasserhaltung erstellt werden können. Die Widerlager gründen auf Verpresspfählen mit kleinem Durchmesser (DIN 4128). Diese sind als Pfahlböcke so angeordnet, dass sie alle angreifenden Kräfte ausschließlich über Normalkräfte in den Baugrund leiten können.

Mit der Konstruktion erfolgt der geringste Eingriff in den Dammquerschnitt und die geringste Gefahr der Spartenkollision.

3. Überbau

Das Tragwerk des Überbaus entspricht einer echten Hängebrücke. Der Überbau besteht aus einer orthotrogen Platte aus Stahlprofilen. Darauf liegt eine Blechwanne, die den aus mit Quarzsand vergüteten Epoxidharzbelag aufnimmt. Im Abstand von 3,24 m sind die Querträger über Hänger an die Kette aufgehängt. Diese wird getragen von zwei, symmetrisch angeordneten Pylonböcken, die nach hinten abgespannt sind Die Windkräfte quer zur Brücke werden über den Gehbahn-Trägerrost in Verbindung mit der Gehbahnplatte abgetragen. Wesentliches Element der Tragwerksplanung waren die dynamischen Beanspruchungen infolge Wind- und Fußgängererregung. Es konnte das System so optimiert werden, dass keine Schwingungsdämpfer erforderlich wurden.

4. Lager / Gelenke

Die Lager der Pylone werden in Längsrichtung als gelenkige, horizontal unverschiebliche Stahlkonstruktionen ausgeführt. Die Fußpunkte der Abspannseile erhalten eine nachspannbare, justier- und fixierbare Haltekonstruktion. Das längsfeste Lager der Brückentafel wird auf dem südlichen Widerlager angeordnet. Die übrigen Lager werden querfest bzw. allseits beweglich ausgebildet.

5. Übergangskonstruktion

Auf der Nordseite wird eine Schleppplatte angeordnet.

6. Abdichtung, Belag

Der Gehbelag ist ein mit Quarzsand abgestreuter Epoxidharzbelag der Fa. SIKA (o.g.), der unmittelbar auf die korrosionsgeschützte Stahlwanne aufgebracht wird.

7. Korrosionsschutz, Schutz gegen Tausalze

Alle Stahlteile, außer den nichtrostenden, werden im Duplexverfahren (Feuerverzinkung und 2fache Beschichtung) gegen Korrosion geschützt.

8. Entwässerung

Die Fahrbahntafel besitzt ein Längsgefälle, das im Auflagerbereich bis auf 6 % ansteigt.

9. Absturzsicherung, Schutzeinrichtungen

Die seitlichen Handläufe werden in einer Höhe von 1,20 m über Fahrbahn-Oberkante angeordnet, um Radverkehr zu ermöglichen. Die Fahrbahntafel erhält beidseits eine Aufkantung von 6 cm, um das Herabrollen von Gegenständen zu verhindern.

10. Zugänglichkeit der Konstruktionsteile

Die Inspektion, Wartung und ggf. Instandsetzung kann sowohl vom Boot aus als auch von einem transportablen Hängegerüst aus erfolgen.

11. Herstellung

Nach der Sanierung des Mittleren Isarkanals werden die Pfähle und Widerlager gesetzt. Der Überbau mit Gelände wird mit Mobilkran eingehoben, wobei die Pylone vorab mit Hilfsabstützung aufgestellt werden. Nach Anspannen und Justieren des Hängewerks werden die Geländerfelder montiert und ggf. nachgespannt.

Eindrücke

Bauherr

Gemeinde Berglern
1. Bürgermeister Herbert Knur

Entwurf / Tragwerksplanung

Beratende Ingenieure Brandl+Eltschig GmbH

Bauzeit

2011 - 2012

Projektkosten

380.000 €